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Ehemaliges Forsthaus Altenbuch

 
 

Zur Geschichte des Forstamtes Altenbuch von Oberforstmeister a.D. W.Sachs.
Das Forstamtsgebäude Altenbuch wurde im Jahre 1760, also bereits zehn Jahre vor der
jetzigen Kirche Altenbuchs erbaut. Nach Süden wurde das Gebäude im Jahre 1932
erweitert. Der Erbauer des Forstamtes war wahrscheinlich der Kurfürst von Mainz, der
seinerzeit der Landesherr des überwiegenden Teils Spessarts war. Das Gebäude diente
als herrschaftliches Forst- und Jagdhaus und wurde von einem der "sechs reitenden
Förster" des Spessarts bewohnt, die ihren Sitz in Waldaschaff, Saylauf, Altenbuch,
Krausenbach, Wiesthal und Rohrbrunn hatten. Die "sechs reitenden Förster" führten
die unmittelbare Aufsicht über das ganze Waldgebiet und waren Vollzugsorgane des
"kurmainzer Forstmeisters" des Spessarts, dessen Amtssitz lange zeit u.a. Rotenbuch,
später Aschaffenburg war. Als infolge der Mainzer Siedlungstätigkeit die Bevölkerung im
Spessart erheblich zunahm, wurden den "reitenden Förstern" zum intensiveren Schutz
des herrschaftlichen Waldes so genannte "Revierjäger" beigegeben, von denen ebenfalls
einer seinen Sitz in Altenbuch hatte. Wo dieser "Revierjäger" bzw. "Revierförster" in
Altenbuch wohnte ist nicht bekannt.



Diese Forstorganisation blieb in ihren wesentlichen Zügen bis zum Übergang des Spessarts
an Bayern erhalten. Die war der Zeitraum zwischen 1810 und 1820. In bayerischer Zeit erscheint Altenbuch zunächst als Forstrevier, das zum Forstamt Bischbrunn gehörte. In der
Zeit von 1854-1885 war das Revier Altenbuch dem Forstamt Stadtprozelten unterstellt. Als
bayerisches Forstamt wird Altenbuch erstmals im Jahre 1885 genannt. Es dürfte durch die Königliche Verordnung vom 19. Februar 1885 als solches errichtet worden sein.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Spessarts als Holzlieferant nahm ständig zu. Während
im Jahr 1650 der Holzeinschlag der Spessarter Herrschaftswaldungen nur rund 15000
Festmeter betrug, belief er sich im Jahre 1770 auf rund 75000 Festmeter, im Jahre 1850
auf rund 129000 und im Jahre 1952 auf rund 227000 Festmeter. Weltberühmt sind die Spessarteichen, die mit ihrem Alter von 300-500 Jahren hervorragendes Funierholz liefern
und im Forst zu Altenbuch noch zahlreich vertreten sind.
Während in der Kurmainzer Zeit die Jagd durch die Kurfürsten und ihrem Gefolge eine hervorragende Rolle spielte, nahm die jagdliche Bedeutung des Spessarts danach gegen-
über der wirtschaftlichen Bedeutung ab. Durch die Errichtung des Wildparkes, zu dem große
Teile der Forstämter Altenbuch, Bischbrunn und Rohrbrunn gehörten, erlebte die Jagd durch
die königlich bayerischen Herrscher eine neue Blüte.
Zusammengestellt von Pfarrer Hermann Baum, 1970.

Die Geschichte Altenbuchs
Ehemaliges Forsthaus Altenbuch
Wilderer Hasenstab
Gedenkstein Wolfsbuche